Ferdinand von Saar

Übersicht ‘Wiener Elegien’

XII. Sieh, schon wirbeln die Flocken um ragende Dächer;

Donnerstag, April 22nd, 2010

es sausen Eisige Winde mit Macht durch die rings offene Stadt. Ja, der Winter ist da! Mit ihm erschienen die Freuden, Welche der Städter schon längst sommerverdrossen ersehnt. Alle Theater gefüllt, Applaus erschüttert den Tonsaal – Und so bewegt sich auch Wien wieder im alten Geleis.

XI. Nun umwallen die Stadt schon dicht sich senkende Nebel,

Donnerstag, April 22nd, 2010

Und aus dem düsteren Grau rieselt der Regen herab. Kotig die Straßen und triefend die Dächer; verdrossen und fröstelnd, Unter dem schützenden Schirm, hasten die Menschen dahin. Aber die Blumen, die draußen verwelkt auf unwirtlichen Fluren, Hier jetzt blühen sie auf, zahllos zu Kränzen gereiht.

X. Ja, schon schwillt und reift am Rebengelände der Donau

Donnerstag, April 22nd, 2010

Saftig die Traube und blinkt unter den Blättern hervor. Bald auch naht sich der Winzer und hält ergiebige Lese, Die im Korb und im Faß Säckel und Keller ihm füllt.

Powered by WordPress. Theme by Sash Lewis.